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05.12.2011
SWISSTRANSPLANT News Nr. 14 / Dezember 2011
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Swisstransplant
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GEWEBEARTEN
Cornea
Definition:
Die Cornea, zu deutsch Augenhornhaut, ist das Sichtfenster des Auges. Sie ist der glasklare, von Tränenflüssigkeit benetzte, gewölbte vordere Teil der äusseren Augenhaut.
Indikationen für eine Hornhauttransplantation :
Krankhafte Trübungen der Hornhaut bedingt durch angeborene Augenentwicklungsstörungen, Narben nach Verletzungen, Infektionen oder Geschwüren. Auch erbliche Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen können zu Trübungen der Hornhaut führen.
Häufigkeit und Bedarf:
Die Transplantation von Hornhaut ist die häufigste Transplantation überhaupt. In der Schweiz werden jährlich annähernd 500 Operationen vorgenommen, weltweit schätzungsweise über 100‘000.
Da nicht alle von verstorbenen Spendern entnommenen Hornhäute zur Transplantation verwendet werden können, ist der Bedarf an Hornhäuten wesentlich höher als die Anzahl der Transplantationen. Ob eine Hornhaut zur Transplantation geeignet ist, hängt von ihrer Beschaffenheit, insbesondere der Zelldichte auf ihrer Rückseite ab.
Transplantation von Augenhornhäuten:
Bei einer Hornhauttransplantation wird die erkrankte Hornhaut entfernt und durch eine menschliche Hornhaut ersetzt. Das Transplantat wird entweder mit feinen Fäden eingenäht oder aber auch eingeklebt. Nach der Transplantation ist eine intensive Nachsorge und regelmässige Kontrolle notwendig. Zwar kann es auch bei Hornhaut zu Abstossungen kommen, die Hornhauttransplantation hat aber eine hervorragende Prognose: Unverträglichkeitsreaktionen, sogenannte Abstossungen, sind je nach Grunderkrankung möglich, aber sehr selten.
Die zu erwartende Sehschärfe hängt von der Einheilung und Qualität der transplantierten Hornhaut, aber auch vom Zustand der Netzhaut, des Sehnervs und der Linse ab. Die Anpassung einer Brille oder von Kontaktlinsen nach Entfernung der Fäden ergänzen die Therapie.
Herzklappen
Definition:
Bei der Transplantation von Herzklappen gibt es drei mögliche Arten von Transplantaten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen mechanischen (künstlichen) und biologischen Klappen. Biologische Klappen werden nach ihrer Herkunft Xenograft (vom Rind, Schwein oder Pferd) oder Homograft (vom Menschen) bezeichnet.
Der folgende Text geht auf die Transplantation von Homograft ein. Prinzipiell kommen Herzen von verstorbenen Organspendern oder von Lebendspendern, die selber ein Herz transplantiert bekommen, bis zu einem Alter von 65 Jahren für eine Klappenspende in Frage.
Indikationen für eine Herzklappentransplantation:
Da bei der Entnahme nicht nur die Klappe, sondern auch der angrenzende Gefässabschnitt entnommen wird, eignen sich die Homograft vor allem zur Rekonstruktion komplizierter angeborener Herzfehler oder bei Herzklappenentzündungen.
Häufigkeit und Bedarf:
In der Schweiz werden derzeit jährlich etwa 75 Homograft Transplantationen durchgeführt. Da die Schweiz über keine Gewebebank für Herzklappen verfügt, werden die benötigten Transplantate aus dem Ausland eingeführt. 2007 wurde nur etwa ein Fünftel der benötigten Herzklappen von Spendern in der Schweiz zur Präparation ins Ausland exportiert.
Knochen
Definition:
Knochentransplantate werden aus verstorbenen Spendern gewonnen (Schienbein, Oberschenkelknochen, Wirbelkörper oder Beckenkamm) oder stammen von einem Lebendspender: Als Ausgangsmaterial dienen hier Hüftköpfe von Patienten, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten. Das Knochengewebe kann aus dem eigenen Körper übertragen werden. Möglich ist auch eine Auffüllung mit Knochenersatzmaterial.
Indikationen für eine Transplantation von Knochen oder Knorpel:
Wenn zu wenig Knochensubstanz in einem Bereich vorhanden ist, so kann es notwendig sein, eine Knochentransplantation vorzunehmen. Eine Knochentransplantation wird in der Regel dann vorgenommen, wenn ein zu großer Verlust an (intakter) Knochensubstanz vorliegt. Dies kann beispielsweise nach einer ausgedehnten oder schweren Verletzung (Knochenbruch), einer Knocheninfektion, einer so genannten Falschgelenkbildung (schlechte Einheilung eines Knochenbruchs), einer Tumoroperation oder bei Austausch einer Gelenkprothese der Fall sein. Auch in der Zahnheilkunde werden Knochentransplantate bei grossen Defekten z.B. bei Zysten, Tumoren, Spalten oder für eine spätere Implantation eingesetzt.
Knochenbrüche entstehen in der Regel durch mechanische Gewalt, z. B. bei Unfällen, beim Sport, bei Stürzen und ähnlichen Hergängen. Auch ist ein Knochenbruch nach Dauerbelastung bei eher geringerem Anlass möglich (Ermüdungsfraktur, Stressfraktur). Osteoporose und andere Krankheiten mit Knochensubstanzrückgang können ebenfalls Brüche bedingen.
Häufigkeit in der Schweiz:
In der Schweiz werden jährlich zwischen 400 und 500 Knochentransplantationen vorgenommen.
Blutgefässe
Definition:
Es wird zwischen Arterien und Venen unterschieden, wobei Arterien im Körperkreislauf das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Organen und Geweben führen und die Venen das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen transportieren.
Indikationen für eine Transplantation von Blutgefässen:
Gefässtransplantate kommen bei Gefässverschlüssen, hochgradigen Verengungen oder Thrombosen zum Einsatz. Die Transplantation wird häufig im Bereich des Brustkorbes (Aorta) als lebensrettende Operation, oder aber auch im Bereich der Beine, des Bauches, sowie im Hals- und Kopfbereich durchgeführt.
Amnion
Definition:
Das Amnion ist Bestandteil der Eihaut, welche die Fruchtblase des Embryos im Mutterleib umhüllt.
Indikationen für eine Transplantation von Amnion:
Zur Behandlung von oberflächlichen Verletzungen der Bindehaut und/oder der Hornhaut des Auges.
Spende von Amnion:
Die Amnionspende ist in der Regel eine Lebendspende und erfolgt mit Einverständnis der Mutter bei der Geburt des Kindes.
Transplantation von Amnion:
Die Transplantation von Amnion ist eine Übergangs-Therapie. Nach einigen Wochen löst es sich auf und die körpereigenen Zellen bewachsen das behandelte Gebiet neu. Das Amnion dient hauptsächlich als Wundabdeckung unter der die Läsionen von Bindehaut und Hornhaut abheilen können.
Haut
Definition:
Die Haut hat als äusserste natürliche Umhüllung des Körpers in erster Linie Schutzfunktion. Sie bewahrt den Körper vor Infektionen und Austrocknung und schützt vor Strahlen und Kälte.
Indikationen für eine Transplantation von Haut:
Ist die Haut nicht in der Lage, sich selber zu regenerieren oder ein Wundverschluss durch eine Naht nicht möglich, kann eine Hauttransplantation indiziert sein. Insbesondere nach grossflächigen Verbrennungen dritten Grades, bei chronischen Geschwüren oder nach operativen Eingriffen.
Transplantation von Haut:
Da Hauttransplantate ohne eine spezielle medikamentöse Behandlung vom Körper abgestossen wird, kommen sie meistens als kurzzeitige Abdeckung grosser Wunden zum Einsatz.

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